Verschiebung des Termins für den Vortrag im Mai

 

Leider hat der Referent des für den 19ten Mai geplanten Vortrages "Wem gehört der Nordpol"

aus terminlichen Gründen absagen müssen. Wir bemühen uns diesen Vortrag auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Wir freuen uns am 31ten Mai eine interessante Alternative anbieten zu können. Herr Wulf Resenhoeft, Director Fleet Management, bei der "Fairplay Towage Group" stellt das Unternehmen vor. Details finden Sie auf dieser Seite.

Der Vortrag beginnt -wie immer- um 1900h im Gorch-Fock-Haus.

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Die "Fairplay Towage Group"

Wulf Resenhoeft Jahrgang 1962

 

Ausbildung

 

1982 – 1986 4 Jahre Bundesmarine als Ausbilder in der Grundausbildung auf Sylt.

1986 - 1989 Ausbildung bei der Reederei Oskar Wehr in Hamburg

1990 – 1996 Reederei H Schuldt als Waterclerk

und 2 Jahre aus Owner’s Representative in Houston, Tx / USA

1993 – 1996 Abendstudium Verkehrswirtschaft

seit 1996 Fairplay Schleppdampfschiffs-Reederei Richard Borchard

Befrachtung, Aufbau 1. HSEQ System, verschiedene Projekt-Teams

während der Erweiterung der Aktivitäten der FAIRPLAY TOWAGE Group

in die Niederlande, Polen, Belgien, Westafrika und Übernahme BUGSIER Reederei 2017.

Seit 2017 Fleetmanager der FAIRPLAY TOWAGE Group, zuständig für die Hafenschleppaktivitäten,

der Gruppe und die länderübergreifende Flotten- und Flaggenplanung.

 

Die FAIRPLAY TOWAGE Group ist 1905 in Hamburg gegründet worden, hat sich aus dem Bereich der Elbe heraus zu einer der führenden europäischen Schleppreedereien entwickelt. Die Gruppe arbeitet in 28 Europäischen Häfen in Deutschland, Polen, Niederlande, Belgien, Bulgarien, Rumänien und in Projekten in Libyen und Angola.

Knapp 100 Schlepper gehören zur Gruppe. Für den Schutz der Europäischen Küste werden durch die Gruppe die Schlepper NORDIC, BALTIC und GUARDIAN vorgehalten.

Für die Küstenländer in Deutschland bereedert die Gruppe verschiedene Ölbekampfungsschiffe und hält ständig 2 Boarding Teams bereit, die sich im Falle von Schiffshavarien die Notschlepper an Bord der Havaristen unterstützen.

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Plastik im Meer - die Seekuh räumt auf!

 

 

Bericht über den Vortrag von Dr. Rüdiger Stöhr am 28.04.22 beim Naut. Verein Whv – Jade.

 

Dr. Stöhr, Mikrobiologe in Kiel, forscht im eigenen Labor mit seinem Team seit 2013 in der Organisation „One Earth-One Ocean“ e. V. (0EOO) an einem Forschungsprojekt „Kampf gegen den Plastikmüll in den Meeren“, ein Konzept der Maritimen Müllabfuhr, Gewässer weltweit von Plastikmüll zu befreien.

Eingangs zeigte er anhand einer Welt-Küstenkarte die aktuellen „hot-spots“ der Plastik – Müllansammlungen und eine Analyse der einzelnen Bestandteile.

Der Kunststoff hat eine Lebensdauer im Meer von ca. 500 Jahren, gegenwärtig befinden sich ca. 140 Mio. t im Meer, jährlich ergänzt durch weitere 10 Mio. t, wovon ca. 70% an der Oberfläche treiben und, durch Witterungseinflüsse „klein“ gerieben, schon je ca. 15 % am Strand und 15% auf dem Grunde des Meeres lagern! Der Rest schwimmt / treibt ca. 0 m-5 m an / unter der Wasseroberfläche!

In Deutschland gelangen jährlich 700 t Mikroplastik durch Kosmetikartikel und andere Einmalprodukte, 50.000t Mikroplastik und Flüssigplastik aus Waschmittel, und 300.000 t durch Reifenabrieb (Auto, Fahrrad) und Schuhsohlen in die Umwelt und damit auch in die Meere!!

Eine Tiefenströmung verbindet alle Meere, transportiert und verteilt den Müll von den „hot-spots“ (Buchten in der Küstenlinie, aber auch aus Gebieten wie die Biskaya) gleichmäßig über die Weltmeere.

Treibende Geisternetze von gigantischen Abmessungen legen sich über Korallenriffe oder treiben in der Strömung, sie bedeuten den Tod für viele Fische, Vögel und Säugetiere. Kleinere Teile treiben an der Oberfläche und werden gerne als Nistmaterial verwendet (Helgoland: Basstölpel strangulieren sich häufig darin).

Ganz klein geriebenes Mikro-Plastikmaterial (sieht im Wasser aus wie Schnee) findet man dann in der Miesmuschel wieder (Frau Prof. Köhler vom AWI Brhv. hatte an Miesmuscheln geforscht!).

Im Rahmen eines Projekts bei „JUGEND FORSCHT“ hatte der Referent ermittelt, dass der Jeans Farbstoff INDIGO stellvertretend für viele Umweltgifte das Mikroplastik zum Gifttransport benutzt.

 

In Kenntnis all dieser Fakten wurde es Zeit, den Kampf gegen Mikro und Makromüll an allen „Fronten“ zu intensivieren, beim Hersteller, beim Verbraucher und bei der Entsorgung! Die bisher praktizierte elegante Art der Industrieländer, den Müll per Container nach China, Indien oder Indonesien zu exportieren, kann so nicht weiter beibehalten werden, schon aktuell nimmt China seit 2018 keinen Müll mehr an, Indien wird bald folgen.

Da an den Küsten im asiatischen Raum die größten Probleme bestehen, bestand auch eine moralische Verpflichtung, bei der Beseitigung “unseres Mülls“ aktiv zu helfen.

 

So wird in Kambodscha, wie auch in vielen anderen Ländern der Müll während der Trockenzeit an Flußläufen abgekippt. Wenn in der Regenzeit der Flusspegel um 10 m steigt, wälzt sich eine „Müll Lawine“ Richtung Meer!

Inzwischen sammeln die Bewohner vor der Regenzeit den Müll, bringen ihn zu Sammelstellen und sind stolz auf ihren gereinigten Strand, werben sogar damit.

In Honkong wurden innerhalb 5 Min 50 Kg Müll mit Netz gefangen! Das Hausmüllaufkommen liegt in Hongkong bei täglich 4000 t Müll (davon 20 % Plastik). Es werden immer noch riesige Deponien gefüllt. Allerdings steht an Land nicht genügend Platz zur Verfügung und es müssen neue Konzepte entwickelt werden! Hier kann das Konzept der Maritimen Müllabfuhr helfen.

Vor Fehmarn wurden von Tauchern in 3 Wochen 43 Kg Anglerblei „gefischt“!

In einem Schülerprojekt (Ocean College) wurden auf der Schifffahrtsroute der Oldenburgischen Dampf Schiffs Reederei Wasserproben mit 20 ltr. Standardkanistern genommen: Von 2013 – 2016 konnten so ca. 100 Analysen erfolgen: In ca. 70 % befand sich Mikroplastik! Zwei Jahre später war der Wert schon auf 90% gestiegen!

 

Diese „Erfolgsgeschichten“ ließen sich beliebig fortsetzen.

 

Dr. Stöhr beschrieb sodann die Entwicklung eines Prototyps zum Aufsammeln von Müll im Meer:

Mit dem „SeeHamster“ startete OEOO das Projekt: Ein Katamaran mit einer Rahmenkonstruktion aus Aluminium und aufblasbaren bzw. festen Schwimmkörpern, Gewicht 80 – 150 kg, Abmessungen: L=4,2 m, B=2,0 m, T=0,2 m, Reinigungsleistung 6000 m²/h, Fangkapazität 500 kg/Tag. Über ein Fangnetz oder eine Lochblechrampe, die heruntergeklappt werden kann, wird der Müll aufgesammelt. Das Gerät wird in Binnengewässern eingesetzt (z.Zt. In Kambodscha, Indonesien und Ägypten).

Die „SeeKuh“ ist wesentlich größer (12 m x 10 m x 0,6 m) und mit herunterklappbaren Netzen ausgerüstet. Sie wurde 2018 in Dienst gestellt, wiegt 6 t, hat eine Reinigungsleistung von 15.000m²/h und eine Fangkapazität von 2t. Die "Circular Explorer" ist eine solarbetriebene Seekuh, die mit einem Förderbandsystem arbeitet. Sie wird in Manila zur Reinigung von Flussmündungen eingesetzt und in Küstengebieten.

Zum Abschluss präsentierte der Referent das neueste Modell für den Einsatz auf hoher See. Der „SeeElefant“ ist ein „multi-purpose-ship mit den Abmessungen: 100 m x 18 m x 7m, Tragfähigkeit

6.500 t, Verarbeitungskapazität 15 – 20 t/Tag.

Der „SeeElefant“ übernimmt den gesammelten Meeresmüll mit bordeigenen Kränen. Anschließend wird der Müll mit der in das Schiff integrierten Anlagentechnik aufbereitet, sortiert und verarbeitet. Neben sortenreinen Kunststoffballen sollen so in Zukunft auch Energie und Öl aus dem Plastikmüll gewonnen werden. Die Anlagentechnik ist modular aufgebaut und lässt sich flexibel an die Bedingungen am Einsatzort anpassen.

Eine Machbarkeitsstudie ergab, dass bei ca. 200 t Müll/Tag diese Art des Müllsammelns wirtschaftlich ist. Das Projekt ist einzigartig und überall da sinnvoll, wo es keine geregelte Müllabfuhr gibt.

 

Bojan Slat, ein junger Holländer sammelt im Pazifik mit der „Barriere-Technik“ den Plastikmüll.

 

2013 wurde 0E00 für seine „Maritime Müllabfuhr“ mit dem „GreenTec Award“ ausgezeichnet, Europas wichtigstem Umwelt – und Wirtschaftspreis, und 2019 mit dem Bundespreis ecodesign des Umweltministeriums.

 

Die „SeeKuh“ wird während des Deutschen Schifffahrtstages 2022 in Bremen / Bremerhaven in der 39.KW zu besichtigen sein und an der Schiffsparade teilnehmen. Weitere Informationen unter: www.oeoo.world

Die geringe Anzahl an Zuhörern lässt vermuten, dass das Müllproblem von der Bevölkerung noch immer nicht ernst genommen wird.

 

Klaus Niderehe, Naut. Verein Whv-Jade, Schriftfhr., 15.05.22

 

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Aktuelles

Änderung des Vortragstermins.

Leider hat der Referent des für den 19ten Mai geplanten Vortrages "Wem gehört der Nordpol"

aus terminlichen Gründen absagen müssen. Wir bemühen uns diesen Vortrag auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Wir freuen uns am 31ten Mai eine interessante Alternative anbieten zu können. Herr Wulf Resenhoeft, Director Fleet Management, bei der "Fairplay Towage Group" stellt das Unternehmen vor. Details finden Sie auf der Seite "Aktuelles & Planung".

Der Vortrag beginnt -wie immer- um 1900h im Gorch-Fock-Haus.

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Den Bericht über unseren Vortrag im April " Plastik im Meer - die Seekuh räumt auf"

finden Sie auf der Seite "Aktuelles & Planung"

 

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Den Bericht über unseren Vortrag "Energiedrehscheibe Wilhelmshaven -neues aus dem Hafengebiet"

vom 31ten März 2022, finden Sie im "Vortragsarchiv".

 

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„Liebe Mitglieder, der für die Jahreshauptversammlung vorgesehene Termin „kollidiert“ mit der Eröffnung des WadJ. Wir haben uns daher entschlossen den Termin auf Mittwoch, den 29ten Juni 2022 vorzuverlegen. Beginn ist um 18:ooh im Gorch-Fock-Haus.“

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Wilhelmshaven - Sailing - Cup

Leider befindet sich die MS"NORDWIND" zum Zeitpunkt des WSC noch in der Werft. Der NV Wilhelmshaven-Jade e.V. kann daher dieses Jahr kein Schiff zur Mitfahrt anbieten.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an die WTF.

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Informationen zum "Deutschen Schifffahrtstag 2022" finden Sie unter "Veranstaltungen" Schifffahrtstag.

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Das diesjähriges Schifffahrtsessen des NV Wilhelmshaven-Jade e.V. findet am 11ten November um 18ooh im "Atlantic Hotel" Wilhelmshaven statt.

 

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Unser -geplantes- Vortragsprogramm für 2022 finden Sie unter "Veranstaltungen / Vortragsprogramm"

 

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