Leider konnte der für den 28.01.2021 vorgesehene Vortrag von Herrn Dr. Harald Frank auf Grund der bekannten Umstände nicht stattfinden.

Vortrag zum JadeWeserPort von CTW-Vertriebsleiter Ingo Meidinger

"Captain's Paradise" mit offenem Tor für die Hafenwirtschaft

 

Vortrag zum JadeWeserPort von CTW-Vertriebsleiter Ingo Meidinger

Wilhelmshaven/RB - Der JadeWeserPort im deutschen Tiefwasserhafen Wilhelmshaven stand einmal mehr im Fokus des hier ansässigen Nautischen Vereins. Dazu hatte der Verein Ingo Meidinger, den Vertriebsleiter des CTW (Container Terminal Wilhelmshaven), wie der Hafen international firmiert, eingeladen. Meidinger vermittelte Mitgliedern und Gästen "Sachstand und aktuelle Lage zur Entwicklung des JadeWeserPorts", wie der Titel seines Vortrags versprach.

Der nach einem langen Planungsvorlauf zügig von 2008 bis 2012 realisierte Containerport, dank seiner jede Schiffsgröße aufnehmenden nautischen Bedingungen als "Überlauf-Hub" konzipiert, war bei seiner Fertigstellung so auch jetzt in der Corona-Krise den globalen wirtschaftlichen Schwankungen unterworfen wie auch die meisten Häfen weltweit.

Doch hält Ingo Meidinger diesen Hafenbau langfristig für genau richtig, da sich neben einer wieder zu erwartenden Umschlagsteigerung in seiner Logistikzone immer mehr Unternehmen etablieren würden. Das Spektrum umfasse hier eine vielfältige Lagerhaltung, darunter mehrere Kühlhäuser, zunehmend aber auch die Automobil-Logistik. Es hätten schon häufig Ansiedlungsinteressenten abgelehnt werden müssen, weil sie die Kriterien von umschlagsgebundenen Logistikern für die in Erbbaurecht zu vergebenden Baugrundstücke nicht erfüllen würden.

So werde parallel zu den Ansiedlungen die Infrastruktur mit z.B. weiteren Gleisanschlüssen ausgebaut, und auch Ingo Meidinger rechnet durch die bald fertiggestellte Bahn-Elektrifizierung sowie durch Automatisierungsinnovationen mit einem beträchtlichen Anschub für den JadeWeserPort und hofft auf Schiffsverkehre auch zum amerikanischen Kontinent.

Von Zuversicht waren auch Beiträge in der lebendigen Diskussion getragen, und es war namentlich Bernhard Rech, der für Wilhelmshaven eine höhere Rangstellung als international bedeutender Universalhafen erhofft - eines Hafens, der nach Ingo Meidinger nautisch schon längst als "Captain's Paradise" bekannt sei, wirtschaftlich jedoch noch erheblich zulegen könne.

 

"Die Umsetzung von E-Mobilität in der Binnen- und Küstenschifffahrt"

Für den Vortrag „E –Mobilität auf Schiffen “ hätte der Naut. Verein Whv – Jade in Kapt. Christian Bahlke keinen kompetenteren Referenten aus Bremen gewinnen können, der bis vor kurzem noch im Innovationsforum der Entscheidungsträger der Hafen,- Binnen, - und Küstenschifffahrt aktiv mitgewirkt hat.

Der Referent war viele Jahre als Kapitän auf Handels- und Forschungsschiffen gefahren und widmet sich seit der „Abmusterung“ vor 10 Jahren diesem existentiellen Thema „Umweltschutz in der Schifffahrt “.

Ausgehend von der Pariser Klimakonferenz, bei der sich fast alle Staaten auf EIN Ziel geeinigt haben (NULL –CO2 bis 2050, also „übermorgen“), schilderte er die möglichen Entscheidungswege, die die Industrienationen z.Zt. mehr oder weniger koordiniert, konzentriert und konstruktiv erforschen , um den CO2 – Gehalt in der Atmosphäre zu reduzieren. Er wies darauf hin, dass im Pleistozän (vor ca. 2 Mio Jahren) der CO2 – Anteil in der „Luft“ ca. 280 ppm betrug, heute bereits bei ca. 410 ppm liegt (dabei stieg der Meeresspiegel um ca. 6 m) und wenn alle bisher bekannten fossilen Brennstoffe verbrannt sein werden, dann liegt dieser Wert bei 1600 ppm.

Einsparziele sieht der Referent bei der Energieerzeugung im gesamten Verkehrssektor, in der Industrie, im Baugewerbe und in der Landwirtschaft, aber auch im persönliche Verhalten und Konsum!

Das politische Ziel liegt fest – aber wie gewinnt man den Bürger für die zu erwartenden einschränkenden Maßnahmen?? In einer Demokratie mit hohem Lebensstandard und großen Freiheiten, die zu reduzieren kaum jemand freiwillig bereit ist, dürfte das die Politiker zu Höchstleitungen bei der Überzeugungsarbeit herausfordern! Und ständig herrscht Wahlkampf.

Der Referent zeigte an Beispielen, wie und wo inzwischen erste elektrisch betriebene Schiffe verkehren. Dabei handelt es sich vorrangig um Fluss - Fähren, die nur kurze Strecken fahren und deren Batterien zwischendurch wieder aufgeladen werden können. Norwegen ist führend auch auf diesem Gebiet: Als 1. Fähre wurde „AMELIE“ 2015 in Dienst gestellt. Der Geirangerfjord soll ab 2026 nur noch mit fossilfreien Brennstoffen befahren werden dürfen !

In der Flussschifffahrt (z.B. Hamburg - Dresden) haben die Planungen noch nicht einmal begonnen, doch will man zur Reduzierung des Eisenbahn- und Straßenverkehrs mehr Ladung auf die Binnenwasserstr. bringen. Dazu sind gewaltige Investitionen erforderlich – die sich natürlich auf die Gebühren und damit auf die Preisgestaltung des Transportgutes auswirken - eine Preisspirale wird in Gang gesetzt, die entweder durch Subventionen reduziert werden muss – oder der Kunde verzichtet freiwillig. Hier handelt es sich um ein Netz von 7500 Fluss – Kilometer mit 60 Seehäfen und 70 Binnenhäfen, die von 1250 Fracht - und 1200 Passagierschiffen benutzt werden! Der Verbrauch 2015: 330.000 t MDO, entspricht 1,3 Mio t CO2 !

Die Frage wurde aber auch gestellt, woher denn der viele Strom kommen soll, der spätestens in 30 Jahren unseren gesamten Verbrauch decken soll: Importieren ist keine Dauerlösung, schafft Abhängigkeiten und besteht aus einem Mix von – sicherlich –auch Strom aus Atomkraft – oder Kohlekraftwerken! Das „ABLASS - VERFAHREN“ ist auch keine saubere Lösung, wenn Indusriestaaten den CO2 – Überschuss an Länder der „3. Welt“ verkaufen! Das Weltklima lässt sich auf diese Weise nicht beeinflussen!

Kapt. Bahlke erinnerte an die gemeinsamen Anstrengungen der Weltgemeinschaft bei dem Verbot der Fluor – Chlor- Kohlenwasserstoffe, als das OZON-Loch über der Antarktis und später auch über der Arktis entdeckt und die Ursachen erforscht waren. Inzwischen hat sich nach ca. 40 Jahren die OZON – Schicht etwas erholt. Eine derartige Anstrengung ALLER LÄNDER ist also erneut erforderlich, doch ist das Problem diesmal wesentlich komplexer!

Die Hochseeschifffahrt reagierte bereits mit der Reduzierung der Transitgeschwindigkeit von ca. 20 Kn auf 15 Kn., was eine Energieeinsparung von 40% bringt. Daneben werden auch wieder „Segel gesetzt“(Frachtsegler, FLETTNER ROTOREN ) und der Wulstbug verschwindet, um Kraftstoff und damit CO2 zu reduzieren - noch lässt es sich nicht vermeiden. Auch experimentiert man bereits mit Wasserstoff – Brennstoff - Zellen und LNG – Antrieben!

Nicht unproblematisch ist auch die Gewinnung der Rohstoffe für die Batterien!

 

Der Referent hatte ein aufmerksames und kritisches, kleines Publikum und ging bereitwillig auf alle Fragen ein.

 

"Von der Notdurft bis zum Holzfleisch an Bord. Skurriles aus Quellen zur Schifffahrtsgeschichte" Vortragender: Herr Christian Peplow

Nöte und Notdurft bei der Seefahrt

 

Vortrag im Nautischen Verein: Skurriles aus Quellen zur Schifffahrtsgeschichte

 

Wilhelmshaven/RB - Unter den Corona-bedingten Auflagen fand wieder ein Vortrag des Nautischen Vereins im "Gorch-Fock-Haus" statt. Das Thema war "Von der Not mit der Notdurft bis zum Holzfleisch an Bord. Skurriles aus Quellen zur Schifffahrtsgeschichte", über welches der geschichtliche maritime Quellen auswertende Historiker Christian Peplow aus Greifswald referierte.

So stellte er den Alltag des mittelalterlichen Bordlebens ins Zentrum seiner Betrachtungen. Zwar waren die Fahrtzeiten vor den großen überseeischen Entdeckungsreisen zumeist noch wesentlich kürzer - dennoch herrschten oft ein großer Mangel an Proviant und hygienisch fürchterliche Lebensumstände.

Stockfisch, Zwieback und leichte Biere, weil das Trinkwasser schnell verdarb, waren Hauptnahrungsmittel - aufbewahrt in Holzfässern quasi als Container des Mittelalters. Gedörrtes Fleisch wurde hart und kaum verzehrbar, weitere Nahrung alsbald von Ungeziefer befallen. Und die Notdurft wurde über die Bordwand direkt ins Meer befördert, wenn es auch für höherrangige Seeleute auf dem Achterschiff schon Klosettkästen gab. Über diese harten, entbehrungsreichen Fahrten auch noch im 19. Jahrhundert gibt das erhaltene Bordtagebuch von Franz von Wahlde Auskunft, in dem er als Schiffsjunge von 1884 bis 1886 frei von Beschönigungen seine Erlebnisse festhielt. Von Wahlde wurde später Veterinär und praktizierte als Amtstierarzt für Jever, Varel und Rüstringen.

Zu den Skurrilitäten mögen auch taktische Tricks gehören, wie sie beispielsweise bei einer Seeschlacht 1801 der britische Kommandant Thomas Cochrane der Brigg-Sloop HMS "Speedy" gegen die größere und mit mehr Kanonen bestückte spanische Schebecke "El Gamo" anwandte mit Täuschungen, geschickten Manövern und schließlich erfolgreichem Entern des feindlichen Schiffes. Mit diesem Ereignis und Anmerkungen zu dem von Aberglauben begleiteten Thema Frauen an Bord, bei dem er auch Hannah Snell erwähnte, die in Männerkleidung getarnt Karriere in der Royal Navy machen konnte, beendete Christian Peplow seinen interessanten und unterhaltsamen Vortrag.

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Vortrag: Mit der "POLARSTERN" durch die Antarktis

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Mit der "Polarstern" durch die Antarktis

 

Kapitän Uwe Pahls Vortrag von einer Seereise in die südlichen Polarregionen

Wilhelmshaven/RB -

 

Eine Reise durch die Antarktis mit dem deutschen Forschungsschiff "Polarstern" ist ein besonderes Erlebnis, wovon jetzt auch in einem Vortrag beim Nautischen Verein zu hören war. Sein langjähriger Kapitän Uwe Pahl - er hat das Schiff 18 Jahre lang geführt - berichtete von einer Seereise, die in Kapstadt begann, dessen Hafen gute logistische Bedingungen für eine solche Reise bietet.

Die 1982 für das Bundesministerium für Bildung und Forschung gebaute, von F. Laeiz bereederte und im Dienst des Alfred-Wegener-Institutes (AWI) eingesetzte "Polarstern" ist ein Forschungseisbrecher (Eisklasse ARC3) mit einer für solche Reviere speziell konstruierten Rumpfform. Als doppelwandiger Eisbrecher kann das Schiff noch bei Temperaturen bis zu - 50° C fahren.

Die "Polarstern" ist ganzjährig bis auf Werftliegezeiten in See und wird von einer 44köpfigen Besatzung bedient, zu der dann noch die jeweiligen Forschergruppen kommen. Zur Ausrüstung gehören zwei Hubschrauber und ein vielfältiges Equipment für die Explorationen. Vor allem Vermessungsaufgaben werden durchgeführt, die per Fächerlot Wiedergaben im 3- D-Modus gestatten. Denn das vorhandene Kartenmaterial zur Antarktis ist noch zu ungenau. Expeditionen in Tiefen bis 400 Meter können mit dem Tauchboot "Jago" unternommen werden.

In der Antarktis wurde die deutsche Forschungsstation Neumayer III aufgesucht - diese jetzt mit Stelzen errichtete Station auf dem Schelfeis verlagert ihre Position um jährlich 157 Meter Richtung offenes Meer.

Die Weiterfahrt nach Südgeorgien brachte das Schicksal des hier verstorbenen Polarforscher Ernest Shackleton in Erinnerung, dem 1916 für seine im Eis verbliebene Crew eine spektakuläre Rettungsaktion gelang. Schließlich erreichte die "Polarstern" das chilenische Punta Arenas, dem die Handelsschifffahrt vor Eröffnung des Panamakanals einen wirtschaftlichen Boom gebracht hatte. Gegenwärtig operiert das deutsche Forschungsschiff wiederum in der Arktis, wo es sich in Nordpolnähe bei seinen Forschungen weitgehend emissionsfrei treiben lässt.

 

Die neue Fregatte "BADEN WÜRTTEMBERG" in der Bewährung

 

 

Mitgliederversammlung und Vorträge zum 4. Fregattengeschwader

von Rainer Beckershaus

 

"Neues aus dem 4. Fregattengeschwader" wurde den Zuhörern beim Nautischen Verein von zwei kompetenten Marineoffizieren vorgetragen - übrigens bereits zum zweiten Mal als aktuelle Information in diesem Forum.

Das 1981 aufgestellte Geschwader gehört zur in Wilhelmshaven stationierten Einsatzflottille 2. Sein Kommandeur Kapitän zur See Dirk Jacobus erläuterte anschaulich die Situation bei diesem Marineverband, der zur Zeit aus 2 im Dienst befindlichen Schiffen besteht - dem einzigen verbliebenen ältesten Fregattentyp Klasse 122 "Lübeck" und der allerneuesten Einheit Klasse 125 "Baden-Württemberg". Dazu gehören noch 3 weitere Fregatten, die nach ihrer Probezeit nachfolgend in das Geschwader integriert sein werden.

Vor allem zwei nachhaltige Veränderungen für die Deutsche Marine haben zur Entwicklung des Fregattentyp Klasse 125 geführt. Der weltweite Einsatz erfordert dafür geeignetes Schiffsmaterial - so für Einsatzzeiten von 2 Jahren, wie auch die neue Arbeitszeitregelung einen Borddienst von 6 Monaten ermöglichen muss, bevor es zur Wachablösung durch eine neue Crew kommt. Da sich das Einfahren mit dem neuen Fregattentyp wie auch die neue Besatzungsrekrutierung in einer Erprobungsphase befinden, müssen gegenwärtig noch Improvisationen wie z.B. wechselnde Verwendungen in den Crews in Kauf genommen werden, bis das Ziel einer Standardisierung für alle Besatzungen erreicht ist.

Diverse technische Verbesserungen wie z.B. senkrecht schießende Anti Asymmetric Warfare-Geschütze, die im Nahbereich Piraten wirksam bekämpfen können, qualifizieren die neue Fregatte. Zu den Eigenschaften der "Baden Württemberg" konnte Fregattenkapitän Markus Venker als zweiter Referent des Vortragsabends aus eigener Erfahrung berichten, denn er ist der Kommandant des neuen Schiffes. Dies betraf die Trainingsprogramme für die 126 Personen zählende Besatzung sowie auch der Bewertung der Manövrierverhaltens, welches Venker als hervorragend bezeichnete.

Dirk Jacobus, selbst Beiratsmitglied im Nautischen Verein, und Markus Venker zeigten sich mit den bisherigen Erprobungsergebnissen zufrieden, hoffen aber auch auf die logistische Unterstützung des noch zu komplettierenden Einsatzausbildungszentrums im Stützpunkt Heppenser Groden. Verständlich, dass die beiden Referate bei den Zuhörern auf großes Interesse stießen, zumal der Nautische Verein Wilhelmshaven-Jade viele mit der Marine verbundene Mitglieder hat, was sich auch in der anschließenden Aussprache bestätigte.

Vor den Vorträgen hatte der Verein zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung eingeladen. In Vertretung des dienstlich verhinderten 1. Vorsitzenden Dietmar Janssen gab der 2. Vorsitzende Eckhard Rickmann den Jahresbericht über Mitgliederbewegungen und Ereignisse wie Vorträge, Exkursionen, Tagungen und Feste wie das traditionelle Schifffahrtsessen, welches - so in seinem Ausblick - diesjährig am 13. November stattfinden wird. Ein neuer Flyer informiert über alle Vorträge. Schatzmeister Günter Hentschel konnte einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Neu in den Beirat gewählt wurde Wolfgang Zährl und neben Arno Wiemers als Kassenprüfer Jürgen Rompa. Beiratsmitglied Gottfried Hoch berichtete von der Mitgliederversammlung des Deutschen Nautischen Vereins, dem Dachverband aller Nautischen Vereine, auf der Christian Suhr als 1. Vorsitzender und Dr. Iven Krämer und Hans-Hermann Lückert als Stellvertreter neu gewählt wurden.

 

 

Vortrag: "Neues aus dem Troßgeschwaders" Fregattenkapitän Thorsten Geldmacher. (Kopie 1)

 

Nach der Begrüßung des Referenten durch den 1. Vors. , Herrn Dietmar Janssen, stellte sich FK Geldmacher selber vor:

Geboren 1970, verheiratet, 1 Sohn 4 Jahre, begann er seine militärische Vorgesetzten - Laufbahn auf dem Zerstörer "Bayern". Danach erfolgte eine Verwendung bei der Royal Navy und anschliessend wieder in der Deutschen Marine auf dem Zerstörer " Schleswig - Holstein" . Nach dem Besuch des 25. ASTO - Lehrganges verrichtete er seinen Dienst in NORTHWOOD / GB, bevor er als IO auf der Fregatte " Braunschweig" eingesetzt wurde. Nach einer Verwendung in Bonn bei BMVg III1 fuhr er 4 Jahre als Kommandant auf dem Zerstörer " Schleswig - Holstein" und wechselte danach zum BMVg I1 (Planung) und in das BA Pers Management, bevor er zum 1.10. 2019 als Kommandeur das Kommando über das Trossgeschwader übernahm.

Dieses Geschwader besteht z.Zt. aus 8 Einheiten, die militärisch und zivil besetzt und auf 2 Standorte verteilt sind:

Kiel ist Heimathafen des Tankers "Spessart" sowie der Schlepper " Fehmarn" und " Spiekeroog", sie unterstützen die Flotte in der Ostsee und die Marineschule Mürwik (MSM) ,

Wilhelmshaven beheimatet den Tanker "Rhön" , den Schlepper "Wangerooge" und die 3 Einsatzgruppenversorger ,(EGV) "Berlin", "Bonn" und "Frankfurt am Main", die bei UN - und NATO - Verpflichtungen eingesetzt werden .

Die Schlepper werden jeder ca 160 Tage/a bei der Ausbildung von Piloten, die Einsätze über See fliegen ( " sea - survival - training", 1500 Teilnehmer / Jahr, auch Bundespolizei und Luftwaffe !) eingesetzt, aber auch bei den Minentauchern.

 

Der Referent ging danach auf jedes einzelne Schiff ein, erläuterte die Einsätze und Probleme/ Herausforderungen an die teilweise schon mehr als 30 Jahre alten Schiffe, die zum Teil auch nicht mehr die aktuellen Umweltbestimmungen erfüllen. Das Einsatzprofil ist dadurch eingeschränkt, auch durch die neue Arbeitszeit - Verordnung , durch den Personalmangel bei einem hohen Durchschnittsalter und durch die Verschiebungen / Verlängerungen von Werftliegezeiten.!

Ausblick:

Die prekäre Personal Situation führte zur Schaffung einer neuen zivilbesetzten Stelle zur Personalgewinnung, um SaZ als AN auf diesen Schiffen zu gewinnen.

Rüstungsvorhaben:

Die materielle Situation ist gekennzeichnet durch das hohe Alter der Betriebsstofftransporter , die zügig durch 2- Hüllen Tankerneubauten ersetzt werden müssen. Für den weltweiten Einsatz ist auch ein Flugdeck und ein Schiffslazarett vorgesehen, dazu begrenzte Möglichkeiten zur Selbstverteidigung und Führung über LINK 11 mit anderen Kriegsschiffen. Die Kapazität der Schiffe an Betriebsstoffen liegt bei 24000 t Diesel, Schmieröl, Flugkraftstoff und Frischwasser.

 

18 SeaLion ( NH 90) mit 4 t Nutzlast , 11 t Startgewicht, 160 kn, 4 Std Reichweite sind im Zulauf,

Pinassen für 20 Pers. ( als Tenderboot), 26 Pers. (als Rettungsboot) mit 32 kn werden beschafft,

"Frankfurt am Main" erhält ein fest verankertes neues MERZ( Marine EinsatzRettungsZentrum) mit 2 OP- Sälen , Laboren, Röntgeneinrichtungen und

Zahnarzt - Behandlungsräumen ,

bei der "Bonn" wird der Hangar für den neuen NH 90 bereits umgebaut.

 

Bei der anschliessenden Diskussion wurde auch das Thema LNG angesprochen, was aber bisher weder für Eigen - noch für Fremdversorgung in der NATO vorgesehen ist.

 

K. NIDEREHE, 15.12.19.

 

Vortragsbericht: "Wie die "Peking" nach Deutschland zurückgekehrt ist"

 

Nautischer Verein: Kapitän Ben Lodemann zur Überführung der Viermastbark

Wilhelmshaven/RB - Ein Vortrag zur Überführung der Viermastbark "Peking" von New York nach Wewelsfleth fand im Nautischen Verein besonderes Interesse, da ja der Erhalt von Museumsschiffen auch in Wilhelmshaven ein aktuelles Thema ist. Bei dem ehemaligen Frachtsegler handelt es sich um ein Schiff der legendären Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz, von denen noch die "Passat" und die "Pommern" als Museumsschiffe vorhanden sind, die "Padua" als "Krusenstern" noch in Fahrt ist und zu denen auch die "Pamir" gehörte, die 1957 im Nordatlantik unterging.

 

Wie ihre Schwesterschiffe war die bei Blohm & Voss gebaute und 1911 in Dienst gestellte "Peking" in der Salpeterfahrt nach Chile eingesetzt, erlebte dann viele Jahre wechselvoller Nutzungen, bis sie 1975 schließlich als Museumsschiff an die Pier des South Street Museums in New York verholt wurde. Dort unterblieb allerdings eine angemessene Wartung und das New Yorker Museum fand sich bereit, den Oldtimer an Interessenten zu verschenken.

 

2015 beschloss der Deutsche Bundestag, die "Peking" für das Hafenmuseum in Hamburg zu akquirieren und für Instandsetzung, Überführung und Restaurierung Mittel bereitzustellen. Beauftragt wurde hierfür die Stiftung Hamburg Maritim, und das Schiff wurde zunächst bei der Caddell-Werft auf Staten Island für die Überführung vorbereitet.

 

Hier nun begann der Einsatz von Kapitän Ben Lodemann, dem Referenten der Vortragsabends. Lodemann besitzt reiche Erfahrungen als Elblotse, Wirtschaftsingenieur und Schiffmechaniker gerade auch mit Segelschiffen und war der richtige Mann, die Überführung der "Peking" detailliert zu planen. Von den möglichen Überführungsvarianten wurde dem Transport in einem Dockschiff, der "Combi Dock III", der Vorzug gegeben. Lodemann schilderte anschaulich die exakten Stabilitätsberechnungen und die Sicherungen mit Pallen und Laschen.

 

Am 2. August 2017 wurde die "Peking" zur Peters Werft in Wewelsfleth verbracht. Nach der Restaurierung wird die "Peking" Exponat des im Aufbau befindlichen Deutschen Hafenmuseums in Hamburg. Bei der Investitionssumme für das Museum von etwa 140 Mio.€ entfallen 32 Mio. € allein auf die "Peking". Das sind Größenordnungen, bei denen im Vergleich die veranschlagten Kosten zum Erhalt der Wilhelmshavener Museumsschiffe "Weser" und "Kapitän Meyer" doch sehr gering sind.

 

Vortragbericht: Mühsale mit Schiffsbergung und Bergungskosten

 

Nautischer Verein: Bericht über die Bergung der "APL Panama"

 

Wilhelmshaven/RB -  Ein mit Schiffsbergungen sehr vertrauter Kapitän berichtete im Nautischen Verein über den Rettungsversuch der vor Mexiko gestrandeten "APL Panama": Peter Meyer, bei der Bugsier-Reederei als Bergungsinspektor und Direktor von 1998 bis 2012 tätig, war genau der richtige Mann, auch bei der Bergung dieses Vollcontainerschiffes seine Erfahrungen einzubringen. Die 4.038 TEU tragende "APL Panama", die bei der Strandung 1.805 Container an Bord hatte, war am 25. Dezember 2005 an der pazifischen Küste in der Nähe der Stadt Ensenada auf Grund gelaufen. Verantwortlich waren der Schiffskapitän und der 1. Offizier, die nicht rechtzeitig auf die Gefährdung reagiert hatten.

 

Beauftragt wurde das US-amerikanische Bergungsunternehmen Titan Salvage. Hunderte von Bergungsspezialisten waren mit dem Havaristen beschäftigt. Der Kampf um das Schiff war zudem begleitet von Auseinandersetzungen mit den mexikanischen Behörden, was wirksame Maßnahmen erschwerte. Zum Einsatz kamen auch US-Helikopter mit 10 to. Hebekraft, von denen Mexiko Zollgebühren verlangte.

 

Das Schiff, welches in eine günstige Position gedreht werden musste, versandete zunehmend. Der Brennstoff musste abgepumpt werden. Schließlich konnte vom Strand ein Rampen-Zuweg mit einem Ponton gebaut werden, über den mit einem 300 to. hebenden Rampenkran die Ladung geborgen wurde.

 

Kapitän Meyer schilderte auch das komplexe Abrechnungsgeschäft bei dieser Bergung. Der Bergungslohn betrug 15 % der geretteten Werte, wobei auch sogen. Eilgelder zu Buche schlugen. Wenn auch das Schiff, für das von einem niederländischen Schwimmbagger eine Rinne freigeräumt wurde, nach knapp 3 Monaten am 10. März 2006  wieder flott kam, so hat es immerhin 5 Jahre bedauert, bis alle Kosten abgerechnet waren.

 

Foto: Wolfgang Zährl

Aktuelles

Auf der Seite "Aktuelles & Planung" finden Sie den Bericht des 1ten Vorsitzenden, Herrn Dietmar Janssen, zu aktuellen Themen.

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Liebe Mitglieder,

leider ist die Situation - Präsenzveranstaltungen betreffend - nach wie vor unklar. Daher hat der Vorstand des NV Wilhelmshaven – Jade e.V. beschlossen, die vom Gesetzgeber eingeräumte Möglichkeit zu nutzen, die Jahreshauptversammlung in das nächste Frühjahr zu verlegen.

Selbstverständlich werden wir Sie so früh wie möglich über den neuen Termin informieren.