Vortrag: "Neues aus dem Troßgeschwaders" Fregattenkapitän Thorsten Geldmacher.

 

Der Bericht folgt!

Vortragsbericht: "Wie die "Peking" nach Deutschland zurückgekehrt ist"

 

Nautischer Verein: Kapitän Ben Lodemann zur Überführung der Viermastbark

Wilhelmshaven/RB - Ein Vortrag zur Überführung der Viermastbark "Peking" von New York nach Wewelsfleth fand im Nautischen Verein besonderes Interesse, da ja der Erhalt von Museumsschiffen auch in Wilhelmshaven ein aktuelles Thema ist. Bei dem ehemaligen Frachtsegler handelt es sich um ein Schiff der legendären Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz, von denen noch die "Passat" und die "Pommern" als Museumsschiffe vorhanden sind, die "Padua" als "Krusenstern" noch in Fahrt ist und zu denen auch die "Pamir" gehörte, die 1957 im Nordatlantik unterging.

 

Wie ihre Schwesterschiffe war die bei Blohm & Voss gebaute und 1911 in Dienst gestellte "Peking" in der Salpeterfahrt nach Chile eingesetzt, erlebte dann viele Jahre wechselvoller Nutzungen, bis sie 1975 schließlich als Museumsschiff an die Pier des South Street Museums in New York verholt wurde. Dort unterblieb allerdings eine angemessene Wartung und das New Yorker Museum fand sich bereit, den Oldtimer an Interessenten zu verschenken.

 

2015 beschloss der Deutsche Bundestag, die "Peking" für das Hafenmuseum in Hamburg zu akquirieren und für Instandsetzung, Überführung und Restaurierung Mittel bereitzustellen. Beauftragt wurde hierfür die Stiftung Hamburg Maritim, und das Schiff wurde zunächst bei der Caddell-Werft auf Staten Island für die Überführung vorbereitet.

 

Hier nun begann der Einsatz von Kapitän Ben Lodemann, dem Referenten der Vortragsabends. Lodemann besitzt reiche Erfahrungen als Elblotse, Wirtschaftsingenieur und Schiffmechaniker gerade auch mit Segelschiffen und war der richtige Mann, die Überführung der "Peking" detailliert zu planen. Von den möglichen Überführungsvarianten wurde dem Transport in einem Dockschiff, der "Combi Dock III", der Vorzug gegeben. Lodemann schilderte anschaulich die exakten Stabilitätsberechnungen und die Sicherungen mit Pallen und Laschen.

 

Am 2. August 2017 wurde die "Peking" zur Peters Werft in Wewelsfleth verbracht. Nach der Restaurierung wird die "Peking" Exponat des im Aufbau befindlichen Deutschen Hafenmuseums in Hamburg. Bei der Investitionssumme für das Museum von etwa 140 Mio.€ entfallen 32 Mio. € allein auf die "Peking". Das sind Größenordnungen, bei denen im Vergleich die veranschlagten Kosten zum Erhalt der Wilhelmshavener Museumsschiffe "Weser" und "Kapitän Meyer" doch sehr gering sind.