Vortragbericht: NORDFROST will im JadeWeserPort weiter wachsen können

 

Nautischer Verein: Besichtigung und aktuelle Informationen vom Firmenchef

 

Wilhelmshaven/RB - Ein Global Player stellt sich vor: NORDFROST im JadeWeserPort öffnete seine Pforten einer Besuchergruppe des Nautischen Vereins Wilhelmshaven-Jade. Das Unternehmen, präsent an 40 Standorten in Deutschland, in Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden, ist zu Europas größtem Tiefkühllager-Logistiker emporgewachsen. Allein im JadeWeserPort sind schon 104 Mio. € investiert worden.

 

Der Weg zu diesem Erfolg war jedoch von großen Schwierigkeiten begleitet: Als erster Investor in der Logistikzone am neuen Tiefwasser-Containerhafen litt NORDFROST erheblich unter dem zunächst sich sehr mäßig entwickelnden Umschlag dort. Gerade die Hoffnung auf Importe von Obst und Gemüse aus Südamerika und Afrika, für die ja das Seehafen-Terminal mit seiner Container Freight Station noch vor Hafeneröffnung 2012 errichtet worden war, erfüllten sich nicht.

Doch Dipl.- Kfm. Horst Bartels, Chef des inhabergeführten Unternehmens, steuerte um: mit der Einlagerung vielfältiger Güter, wozu Lebensmittel wie Fleisch, Süßwaren, Milcherzeugnisse und Kartoffeln, aber auch Chemieprodukte und Möbel gehören, gelang eine immer bessere Auslastung der inzwischen enorm erweiterten Hallenkapazität, die entsprechend ihrer Konservierungsmöglichkeiten von ungekühlter General Cargo Einlagerung bis hin zur Tiefkühl-Deponierung mit - 28 ° C reichen. Gerade mit dem Angebot für Tiefkühlware gelang NORDFROST eine geradezu explosionsartige Expansion.

 

Bei einem Besichtigungsgang gaben Geschäftsführerin Dipl.-Kffr. Britta Heine von der Geschäftsführung und Kühlhausleiter Philipp Brandstrup Erläuterungen zu der technischen Ausstattung der Lagerhallen. Ein ausgeklügeltes System klimatischer Belüftungen sorgt für die jeweils gewünschte Raumtemperatur der auf Ebenen und in Regalen gestapelten Güter, die mit Flurförderzeugen bewegt werden in einem 24stündigen Dreischichtbetrieb (z.Zt. im Unternehmen 300 Mitarbeiter insgesamt). Die nächsten Bauprojekte betreffen ein vollautomatisches Tiefkühl-Hochregallager und Hallen für Gefahrgut und mit Schwergut-Deckenkranen.

 

Verständlich, dass bei einer so breit ausgelegten Suprastruktur die weitere Entwicklung des Container Terminals Wilhelmshaven (CTW) im JadeWeserPort für NORDFROST von existentieller Bedeutung ist. Horst Bartels nahm sich daher die Zeit, seine strategischen Überlegungen den Gästen mitzuteilen. Der Containerhafen müsse rechtzeitig auf das Wachstum im Seegüterverkehr vorbereitet sein, was schon jetzt den Ausbau seines Lade- und Lösch-Equipments erfordere. Die vorhandenen 8 Umschlagbrücken seien dafür nicht mehr ausreichend. Nicht ihre Vollauslastung sei abzuwarten, denn schon die gegenwärtige Kapazität würde beim gleichzeitigen Abfertigen von mehreren Megacarrier und Feedern an ihre Grenzen stoßen.

 

Es gehe darum, stets so viele Brücken vorzuhalten, dass alle Schiffe ohne Wartezeiten bedient werden können. Wie Beispiele aus anderen Häfen zeigen würden, wäre für eine solche bedarfsgerechte Handhabung in Relation zum Umschlag eine größere Kran-Kapazität geboten - so würden beim EUROGATE Container Terminal Hamburg immerhin 21 Brücken bereitstehen, die 1,65 Mio. TEU in 2018 umgeschlagen hätten (JadeWeserPort mit 8 Brücken 655 790 TEU).

 

NORDFROST-Chef Bartels, der sich Erweiterungsflächen wünscht, betonte die hohe Akzeptanz  bei seinen Kunden, zu denen auch große Einzelhandelsketten gehören, weil sie den kompletten Service vielfältiger Logistikdienste aus einer Hand zu schätzen wissen. Deutschlands einziger Container-Tiefwasserhafen müsse daher zügig ausgebaut werden, um sein Potenzial dem wachsenden Weltmarkt verfügbar zu machen.

 

Foto: Wolfgang Zährl