Vortragbericht: Vorstellung der neuen DGzRS-Boote

Das Einsatzspektrum der Lebensretter auf See

 

Wilhelmshaven/RB - Informativ und abwechslungsreich war der Vortrag von Hans-Joachim Katenkamp beim Nautischen Verein: Katenkamp, Leiter des niedersächsischen Informationszentrums der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), zog eine Bilanz dieser ausschließlich durch Spenden finanzierten Gesellschaft, die seit ihrer Gründung 1865 bis heute über 84 000 Menschen aus Seenot gerettet hat. Jährlich leisten die Besatzungen auf den Booten etwa 2000 Einsätze, die in einem 14tägigen Ablöseturnus auf 54 Stationen an Nord- und Ostsee präsent sind für diese lebenswichtigen Fahrten.

 

Hans-Joachim Katenkamp schilderte auch besondere Rettungsmanöver wie beim Brand der der "Lisco Gloria" oder bei der Strandung der "Glory Amsterdam" vor Langeoog. Ein Film mit der TV-Moderatorin Bettina Tietjen, die sich als ehrenamtliche DGzRS-Botschafterin engagiert, zeigte mit einzigartigen Aufnahmen sehr unmittelbar das Arbeitsspektrum der Seenotretter. Katenkamp illustrierte dann die technische Entwicklung der verschiedenen Boote, die bei den neueren Typen mehr geschlossene Fahrstände aufweisen, wo jetzt auch der Maschinist Wache hat. Die Kosten für die kleineren Boote liegen bei etwa 2,5 Mio €, bei den Seenotkreuzern bei ca. 9 Mio. €.

 

In der Aussprache wurden im fachlich versierten Publikum die Rettungsbedingungen bei der Personenübernahme an Bord wie beim Helikopter-Abbergen erörtert. Im Jaderevier sind die Seenotrettungsboote "Otto Behr" im Nassau-Hafen und "Baltrum" in Horumersiel sowie der größere Seenotrettungskreuzer "Bernhard Gruben" in Hooksiel stationiert.